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Abenteuer Wutachschlucht: 3. Etappe

30 Juli 2010 3 Kommentare

Döggingen – Gauchachschlucht – Wutachmühle – Achdorf – Wutachflühen – Hp. Lausheim/Blumegg, 17,8 km (Garmin).

Auch wenn bereits die Sonne scheint, um 9.00 Uhr ist es noch recht kühl, als wir das Auto am schattigen Wanderparkplatz verlassen und die Schutzhütte mit der Grillstelle passieren.

Um hierher zu kommen, folgt man von Döggingen aus immer nur den Wegweisern Gauchachschlucht (Fahrweg) und der blauen Raute. Wer mit dem Bus fährt, muss von Döggingen aus, hierher laufen (Sehr bequem!).

Nach dem Passieren einer Wiese nimmt uns der Wald auf und ein schmaler Pfad führt hinunter in die Schlucht. Auch heute schlägt uns von unten wieder feucht-warme Luft entgegen und gibt uns erneut das Gefühl, irgendwo in den Tropen zu wandern.

Unten angekommen, halten wir uns links und folgen der  Gauchach zu einer schmalen Brücke, die aus einem behauenen Baumstamm besteht. An dieser Stelle fließt das Balgenbächle in die Gauchach und beeindruckt mit hübschen Sinterterrassen.

Da es hier unten deutlich wärmer ist, als oben, „dampft“ das Wasser und überzieht alles mit einem feinen Schleier von Tau. Das sieht natürlich sehr idyllisch aus, sorgt aber auch dafür, dass die Wege und Felsen unglaublich rutschig sind. Daher gehen wir auch sehr bedächtig und sind einmal mehr froh, unsere Stöcke dabei zu haben.

Um diese Zeit ist es in der Schlucht noch ruhig und wir können – in aller Ruhe – mit dem Stativ fotografieren. Das Licht reicht hier unten für „Freihand-Aufnahmen“ (bei 100 ISO fix!) natürlich nicht aus und die längeren Belichtungszeiten vermitteln die Stimmung zudem auch weitaus besser. Nur Claudia muss manchmal recht lange „ruhig“ halten – was sie für solche Aufnahmen natürlich gerne tut!

Der schmale Pfad bleibt nun unten, immer in der Nähe der Gauchach und wechselt dabei lediglich ein paar Mal die Uferseite. Über ausgetretene Felspfade folgen wir dem Wasser und bleiben immer wieder stehen, um diese belassene Wildheit in uns aufnehmen zu können. Und natürlich auch, um sie möglichst detailliert auf unseren Fotos festzuhalten.

Die Geräuschkulisse, hier unten in der Schlucht, ist sehr angenehm. Man hört nur einige Vögel und das ständige Plätschern des Wassers, das – an den Gefällstufen – manchmal auch etwas anschwellt. Die Außenwelt ist schon längst ausgesperrt und auch wir scheinen, ohne es überhaupt bemerkt zu haben, irgendwann Bestandteil dieser herrlichen, sich selbst überlassenen, Natur geworden zu sein. Plötzlich hat man einfach nur noch das Gefühl, dazu zu gehören..!

Ihr wollt „sauber“ werden, im Kopf..? Hier seid Ihr richtig!

Bilder sagen oft mehr, als tausend Worte! Daher sind wir auch bemüht, Euch hier so viele Fotos, wie möglich, zu zeigen, damit Ihr Euch wirklich Euer eigenes Bild machen könnt! „Erleben“, könnt Ihr die Gauchachschucht natürlich nur persönlich – aber vielleicht können wir Euch mit diesem Bericht ja auch ein wenig zu einem Besuch motivieren?

Hierher könnte man auch die „etwas Kleineren“ mitnehmen, um mit ihnen ebenfalls mal ein gemeinsames Abenteuer zu erleben. Und etwas weiter unten gibt es dann sogar noch ein bewirtschaftetes Naturfreunde-Haus (sehr einfach!), in dem man einkehren, oder sie vielleicht mit einem Eis belohnen kann.

Natürlich sollte man auch hier immer ein Auge auf Kinder haben – und ein Handtuch, so wie ein paar Ersatz-Klamotten in den Rucksack zu packen, könnte vielleicht auch nicht schaden..!

Nach einer Brücke wird der Pfad sehr schmal und folgt einer senkrechten Felswand. Dabei steigt er ganz sachte, um ein paar Meter an und plötzlich befindet man sich auf einem schmalen Felsband, etwa 5 Meter über dem Wasser. In diesem kurzen Bereich ist der „Weg“ mit einem Stahlseil gesichert, trotzdem wird die Begehung manchmal zum Abenteuer, vor allem bei „Gegenverkehr“!

Aber keine Angst! Das sieht auf den Fotos nun vielleicht etwas spektakulärer aus, als es wirklich ist und ein wenig Wandererlebnis darf doch sein, sonst könnten wir ja gleich irgendwo im Kurpark „spazieren“ gehen..!

Das richtige Abenteuer beginnt für uns, als ich das Foto rechts im Kasten habe und Claudia an mir vorbei muss, damit ich den Weg auch noch in die andere Richtung fotografieren kann! Den Rucksack auf dem Buckel, die Fototasche vor der Brust und meine Wanderstöcke in der Hand, versuche ich mich – mitsamt der auf dem Stativ stehenden Kamera – schmal genug zu machen, damit sie an mir vorbei kommt! Ich schätze mal, diese Aktion wäre wirklich „filmreif“ gewesen – nur gut, dass uns keiner dabei beobachtet hat..!

Nach einer weiteren Brücke erreichen wir die Burgmühle, das bewirtschaftete Naturfreunde-Haus.Wer auf dem Weg dorthin, den Boden beachtet, kann sogar noch den alten Wasserzufluss, zur ehemaligen Mühle erkennen. Dieser ist heute lediglich zugefüllt und dient uns so als Wanderweg.

Schon von der Burgmühle aus kann man den nächsten Steg erkennen. In diesem Bereich gibt es auch ausgesprochen große Vorkommen an Pestwurz, den wir – seit einem erlebten Unwetter in der Schlucht – scherzhaft immer nur „Wutachschlucht-Rhabarber“ nennen. In ihrer Not, kamen uns damals viele (schlecht ausgerüstete) Wanderer mit diesen Blättern auf dem Kopf entgegen und irgend jemand – in der Schurhammer-Hütte – fragte sie plötzlich, wo es denn hier so viel „Rhabarber“ gäbe..!

Nun wird der Pfad langsam zum Weg und zunehmend gemütlicher. Wir nähern uns dem Kanadiersteg, dem Zusammenfluss von Gauchach und Wutach. Nach dem Überschreiten der Wutach führt uns dann ein breiter Wirtschaftsweg zur Wutachmühle, einem Sägewerk.

Mit Kindern sollte man hier unbedingt abbrechen und hinüber gehen, zum Kiosk Wutachmühle, auf der anderen Seite der Wutach.

Wir gehen jedoch weiter und halten uns daher rechts, bevor wir die Straße überqueren. Dort führt uns die rot-weiße Raute des Querweg Freiburg-Bodensee, nach Achdorf. Hier treffen wir wieder auf das Wegzeichen des Schluchtensteigs und folgen diesem durch das Städtchen hindurch. Am Beginn der Straße von Achdorf nach Fützen (Wellblechweg), stoßen wir dann auf die schwarz-rote Raute des Ostweges und folgen ihr, bis zum Einstieg, in den oberen Flühenweg.

Irgendwann stoßen wir unterwegs auf einen Schilderbaum, der mit gelber Raute zur „Eisenbahnbrücke“ führt. Wer nicht schwindelfrei ist, oder vielleicht Höhenangst hat, der sollte lieber diesen Weg wählen. Er führt an der Eisenbahnbrücke über die Wutach, wieder auf den Ostweg.

Wir wollen jedoch über den oberen Flühenweg gehen und folgen daher der Straße noch etwa 250 m weiter, bis der Ostweg – als Trampelpfad – rechts in den Wald führt.

Übrigens, das Wort Flühen kommt von Felsen! Die Wutachflühen sind also die Wutachfelsen und der obere Flühenweg, ist somit der „obere Felsenweg“..!

Dieser Weg ist wirklich nicht ganz ungefährlich und auch als solcher ausgeschildert! Man sollte ihn daher nur angehen, wenn man keinerlei Höhenangst hat, schwindelfrei und absolut trittsicher(!) ist! Schon bei Nässe sollte man ihn aber unbedingt meiden (Sehr schmierig, große Rutschgefahr!), bei Eis und Schnee ist er hingegen absolut lebensgefährlich!

Der obere Flühenweg fängt relativ harmlos an. Als rustikaler Trampelpfad quert er die Wutachhalde, hoch über dem Fluß. Durch das Laub der Bäume werden die Tiefblicke dabei zwar etwas „gemildert“, das ändert jedoch nichts an der Gefahr, durch die enorme Höhe. Denn ganz langsam und fast unmerklich wird die Halde nun steiler und ist dann irgendwann, eine (fast) senkrechte Felswand.

Achtung! Hier gibt es weder Geländer, noch Haltegriffe und der Weg ist eigentlich auch nicht wirklich einer! Eher ein schulterbreiter Pfad, aus festgetretener Erde – auf dem es links gewaltig hoch, und rechts noch gewaltiger hinunter geht! Schmierseife, wenn es nass wird und nur unsere Wanderstöcke vermitteln uns hier noch etwas zusätzliche Sicherheit.

Diese Strecke zieht sich nun insgesamt über 3,0 Km hin und ist dabei recht anspruchsvoll zu gehen, auch in den weniger ausgesetzten Bereichen. Der einzige Vorteil: Man ist durch das Blätterdach, der vielen Buchen, meist im Schatten und daher nicht ständig der prallen Sonne ausgesetzt!

Unterwegs stößt dann auch der Schluchtensteig wieder auf den oberen Flühenweg. Wer bis dahin keine Probleme hat, der kann von hier aus noch einen Abstecher, hinauf auf die Hochfläche – westlich von Fützen – unternehmen (500 m). Unterwegs gibt es ein paar tolle Aussichtspunkte (geländergesichert!) ins Wutachtal und oben einen toller Pausenplatz mit Tischen und Bänken, im Schatten. Aber Vorsicht: Dieses Wegstück ist unglaublich schmierig, deutlich höher und noch ausgesetzter(!) als der bisherige, obere Flühenweg!

Wir gehen unten weiter und erreichen nach drei Kilometern dann die Eisenbahnbrücke, und darunter unseren Übergang, über die Wutach. Von hier aus ist es nun nur noch einen guten Kilometer, bis zum Haltepunkt Lausheim/Blumegg, und das alles auf breitesten, ebenen Wirtschaftswegen zu gehen. Ja, schon fast langweilig, nach dem, was alles hinter uns liegt – wären da nicht die vielen Bremsen.

Vor der Wutachbrücke treffen wir jedoch noch zwei Urlauber, Vater und Sohn, beide Dampfzug-begeistert. Sie wollen hier die Sauschwänzlebahn fotografieren und ich erfahre von ihnen, dass die in etwa 25 Minuten, hier über die Wutachbrücke kommen muss..!

„Keine Frage!“, lacht Claudia sofort, „Die nehmen wir natürlich noch mit..!“

So suchen wir uns ein schönes Plätzchen am Hang, direkt am Ende der Wutachbrücke und warten, das beste Licht für ein schönes Dampfzug-Foto im Rücken. Und schon bald hören wir sie dann kommen und mir gelingt auch hier noch ein schönes Foto, zum Abschluss unseres Abenteuer-Berichtes über die Wutachschlucht. Und da gehört die Sauschwänzlebahn natürlich unbedingt mit dazu..!

Fazit: 17,9Kilometer – 329 Höhenmeter im Anstieg,  557Höhenmeter im Abstieg (Garmin)

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HD-Wutachschlucht-3

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Abenteuer Wutachschlucht: 2. EtappeDurch die wilde Rötenbachschlucht

3 Kommentare »

  • Rainer sagt:

    Die Gauchachschlucht kenne ich ja und mir kamen sofort viele Erinnerung hoch an meine damalige Wanderung; alles trefflich beschrieben. Den zweiten Teil Eures weges ist mir unbekannt, aber anschaulich von Dir dargestellt, gibt Dein Bericht die Schön- und Wildheit dieser Landschaft wieder. Gratuliere Dir zu diesem Bericht

  • Andrea sagt:

    Hallo,

    liebe Grüsse von der Frau, die aus den Büschen kam und mit den Worten begrüsst wurde: Wenn ich das gewußt hätte.

    Die Homepage ist super klasse und jetzt ist endlich auch der 3. Teil online, das ich meinen Kommentar los werden kann:-))

    Wir haben die 3 Tage dort in Wutach, Gauchach und Lotenbachklamm sehr genossen und werden bestimmt wieder kommen.

  • Simon sagt:

    Hallo,

    auch in diesem Herbst war das Wandern in den Schluchten wieder sehr schön. Mir persönlich war die Wutachschlucht am Wochenende etwas zu überlaufen. Deshalb hat es mir in der Gauchachschlucht eigentlich am besten gefallen. Dort ist es ruhig und besonders im Herbst so richtig malerisch. Danke für die Information mit dem Zufluss zur Mühle. Ich habe mich schon gewundert, was das ist. An manchen Stellen sieht es fast so aus wie Schienen aus Gestein 🙂

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