Home » Trekking-Special

Abenteuer Wutachschlucht: 2. Etappe

28 Juli 2010 Ein Kommentar

Schattenmühle – Schurhammerhütte – Wutachversickerung – Rümmelesteg – Wiederaustritt der Wutach – Kanadiersteg – Wutachmühle, 14,1 km. (Garmin)

Wir parken das erste Auto gleich morgens an der Wutachmühle, dem Ziel unserer heutigen Tour. Gleich neben dem Kiosk ist ein großer Wanderparkplatz. Dann fahren wir mit dem zweiten Auto (oder dem Wanderbus!) zum Parkplatz Schattenmühle. Hier ist der Ausgangspunkt unserer zweiten Etappe durch die Wutachschlucht.

Ein Tipp am Rande: Diese Wanderung sollte man im Sommer möglichst nicht sonntags unternehmen, denn dann herrscht auf den schmalen Pfaden ziemlich viel „Gegenverkehr“!

Vom Parkplatz aus überqueren wir die Wutachbrücke und die Straße und halten uns dann rechts, entlang der Wutach. Vorbei am Gasthaus Schattenmühle, tauchen wir in den Waldschatten ein und folgen dem Trampelpfad, vorbei an einem großen Wegweiser mit Entfernungsangaben, links hinauf. Nach Regenfällen ist es schon hier matschig und ziemlich rutschig. So wissen wir auch gleich, was uns in der Schlucht erwartet! Wer hier (bei Nässe!) mit Halbschuhen, Turnschuhen, oder gar Sandalen unterwegs ist, der wird das später bitter bereuen. Dieses „Schuhwerk“ bietet zudem auch viel zu wenig halt, auf den meist glitschigen Kalksteinen!

Das Bild rechts, als Warnung! Es entstand 2007, als wir bei Sonnenschein und tollen Wanderbedingungen gestartet sind, und dann von einem kräftigen Gewitter „eingeseift“ wurden..!

Aber diesmal scheinen wir Glück zu haben, denn es ist warm und trocken und Gewitter sind erst für den späten Abend angekündigt (Unbedingt den Wetterbericht beachten!). Der Pfad führt uns in leichtem Auf und Ab zu einigen Bächlein, die einfach den Weg überfließen. Einige davon tragen beeindruckende Kalktuff-Ablagerungen, die als kleine Sinterterrassen, immer neue Gefäll-Stufen ausbilden. Wer hier fotografieren möchte, der sollte aber unbedingt ein Stativ dabei haben und zudem auch etwas Geduld aufbringen, denn immer wieder muss man andere Wanderer vorbei lassen.

Links baut sich bald eine mehrstöckige Felswand auf, der unser Pfad nun immer weiter folgt. Nach dem überqueren einer sonnigen Blumenwiese (viele Schmetterlinge!) nimmt uns rasch der schattige Wald wieder auf. Irgendwann erreichen wir dann, an einem weiteren Bächlein, das über den Weg fließt ein Feuchtgebiet, in dem uns mannshoher Riesenschachtelhalm beeindruckt. Claudia stellt sich auf einem schmalen Trampelpfad vorsichtig – um ja nichts zu zertreten – als Größenvergleich zur Verfügung!

Nur wenige Minuten und einige Wurzelpfade später, finden sich – links des Weges – ein paar natürliche Gips-Lagerstätten. Sie sind kaum zu übersehen, da sie natürlich längst von Souvenir-Jägern ausgehöhlt wurden. Aber es ist wohl genügend für „alle“ da, denn auch etwas weiter oben, gibt es noch ein paar, größere Vorkommen!

Kurz darauf erreichen wir an der Schelmer Halde einen wunderschönen Schleierwasserfall. Er fließt permanent, also auch bei trockener Wetterlage und bietet natürlich ein begehrtes Fotomotiv. Aber auch hier ist wieder ein Stativ erforderlich, um den Belichtungsanforderungen gerecht zu werden! (Wasser „zerfließt“ auf Bildern erst ab einer Belichtungszeit von 1/30 sec, oder länger! Bei kürzeren Belichtungen, oder Blitz, wird es hingegen „eingefroren“, was die Stimmung natürlich nicht wiedergeben kann!) Und auch hier heißt es beim Fotografieren wieder mal „Schlange-Stehen“! So können wir den Wasserfall aber auch ganz in Ruhe betrachten und sind erneut fasziniert, von der Menge des abgelagerten Kalktuff, unter seiner dicken Mooshaube. Und erst als Claudia sich wieder – zum Größenvergleich – in „Position“ bringt, bemerken wir, wie eiskalt sein Wasser ist.

An der Dietfurter Brücke wechselt der Weg – es handelt sich dabei noch immer um den Querweg Freiburg-Bodensee und gleichzeitig auch um den premierten Schluchtensteig – auf die rechte Wutachseite und ist vorübergehend breiter. Das gibt sich jedoch bald und als Trampelpfad führt

href=“http://www.rainerundclaudia.de/wp-content/uploads/2010/07/20100701-Schattenmuehle-Wutachmuehle-019.jpg“>er dann wieder hoch hinauf und (links des Weges) an einer ungesicherten Felskanzel vorbei. Wer möchte, der kann von ihr aus einige tolle Tiefblicke hinunter, auf die Wutach erhaschen.

Es kann aber manchmal auch von Vorteil sein, die Augen auf dem idyllischen Pfad vor sich zu haben, denn hier lauern oft die wirklichen „Gefahren“! Auf diese Wurzel (siehe Foto!) werde ich erst aufmerksam, als Claudia ihren Fuß plötzlich außergewöhnlich weit anhebt..!

Dann zieht der Weg allmählich wieder hinunter, zur Wutach. Claudia macht eine kurze Rast, wohl mehr um diese tollen Eindrücke in sich aufzunehmen. Anschließend führt uns eine niedere Brücke über ein seichtes Altwasser, hinüber zum Fuße einer recht beeindruckenden Felswand. Und nur wenige Meter weiter erreichen wir dann auch schon den 15m hohen, Tannegger Wasserfall. Erneut packen wir hier das Stativ aus.

Ein bequemes, fast schon romantisches Weglein führt uns nun weiter, immer direkt am Ufer der Wutach entlang. Auf sonnigen Wiesen säumen – teilweise mannshohe Pflanzen und Unmengen von Pestwurz – den schmalen Wanderpfad. Heute, bei schönem, trockenem Wetter, einfach nur wunderschön. Wer hier aber bei Nässe ohne Regenhosen

hindurch muss, der wird klatschnass werden! Durch das Gewicht des Wassers hängen die Pflanzen dann nämlich noch weiter in den Weg hinein und man streift – schon beim ganz normalen Vorbeigehen – das ganze Wasser von ihnen ab!

Das gilt natürlich auch für die Nässe des Morgentau. Hier also vielleicht mal lieber nicht zu „früh“ mit der Wanderung beginnen!

Der nun folgende Ludwig-Neumann-Weg, ist einer der am aufwendigsten zu unterhaltenden Wanderwege des Schwarzwaldvereins. Gleich zu beginn zieht er 70m hoch hinauf, zum Amselfelsen – an ausgesetzten Stellen jedoch immer Geländer-, oder Drahtseil-gesichert. Von hier aus genießt man unglaubliche Tiefblicke, hinunter in die hier wirklich „cañonartige“ Wutachschlucht. Dann folgt die teilweise überhängende Wandflucht des Engländerfelsen, nach einem 1906 hier tödlich abgestürzten, englischen Angler benannt. Der hervorragend gesicherte Weg, zieht sich hier unglaublich hoch, durch die senkrechte Felswand und nur ein dichtes Blätterdach mildert den ganzen Tiefblick.

Ganz sachte senkt sich der Pfad dann wieder ab und erreicht erst kurz vor der Schurhammer-Hütte, wieder das Niveau der Wutach. Die Schurhammer-Hütte (nicht bewirtschaftet!) ist die einzige Schutzhütte, der ganzen

Wutachschlucht und wohl auch der zentrale Rastplatz dieser Etappe. Bei schönem Wetter ist man hier natürlich nie alleine, zumal die Hütte auch außerhalb über Tische, Bänke und eine Feuerstelle verfügt.

Auch wir legen hier eine kurze Pause ein um eine Kleinigkeit zu vespern und etwas zu trinken.

(Neben guter Regenbekleidung auch auf dieser Etappe unbedingt an ein zünftiges Vesper und ausreichend Getränke denken! Vor allem dann, wenn Kinder dabei sind!)

Nach unserer Rast geht es frisch gestärkt weiter. Trotzdem habe ich das Gefühl, zu lange gesessen zu haben und daher etwas „eingerostet“ zu sein. Aber das geht schnell vorbei und bald sind wir wieder in unserem „Trott“!

In fröhlichem Auf und Ab folgt der Pfad nun dem Verlauf der Wutach – mal etwas weiter oben, dann mal wieder unten. Wir passieren die Versickerung der Wutach, in der ein Teil des Wassers in den zerklüfteten Muschelkalk-Felsen ihres Flussbettes verschwindet (nicht zu sehen!), um dann einen guten Kilometer unterhalb, wieder aus dem Fels auszutreten. Wir überqueren den (neuen) Rümmelesteg und sehen von dort aus hinüber, zu den noch erhaltenen Resten, des alten Steges. Dort soll früher wohl ein Teil der Wutach, in einer höhlenartigen Versinkung verschwunden sein, bis sie 1953 einstürzte.

Und wer sich nun noch die folgenden Bilder anschaut, wird wohl besser verstehen, warum man auch für diese Etappe, keine größeren Bewegungseinschränkungen haben sollte! Und einen Kinderwagen möchte ich da natürlich auch nicht unbedingt drüber-hieven müssen!

Von hier aus ist es nun nicht mehr weit, bis zum verdienten Bier am Kiosk Wutachmühle. Bald erreichen wir den Kanadiersteg, der Übergang in die Gauchachschlucht und von da aus ist es noch ein guter Kilometer, über einen breiten Wirtschaftsweg, bis zur Straße, der Bushaltestelle, oder dem Auto. Aber ein Foto habe ich noch, das ich Euch nicht vorenthalten möchte: Den Wiederaustritt der Wutach. Die Stelle ist kaum zu übersehen, da man – auf dem Felsenpfad – einen großen Schritt, über diese Stelle hinweg machen muss! (Siehe Foto!)

Auf dem Foto ist das aus dem Fels heraus strömende Wasser ziemlich gut zu sehen. Es handelt sich dabei um das Wutach-Wasser, das etwa einen Kilometer oberhalb, im Flussbett versickert ist. Nun kehrt es wieder in die Wutach zurück.

Wer das weiß, der betrachtet diese Stelle dann auch mit ganz anderen Augen und wundert sich wohl auch nur noch darüber, wie viele andere „Wanderer“ einfach darüber hinweg-stiefeln, ohne auch nur die geringste Ahnung davon zu haben..!

Fazit: 14,2 Kilometer – 506 Höhenmeter im Anstieg, 611 Höhenmeter im Abstieg (Garmin).


Download GPS-Track[urldisplaymode=nomap]
HD-Wutachschlucht-2


Größere Kartenansicht 


Abenteuer Wutachschlucht: 1. EtappeAbenteuer Wutachschlucht: 3. Etappe

Ein Kommentar »

  • Rainer sagt:

    Toll Dein Berichtcdieser 2. Etappe; beim Lesen kam die Erinnerug an eine schöne Wanderung mit Euch beiden zurück.

Schreibe doch einen Kommentar!

Schreibe hier einen Kommentar, oder Trackback von Deiner eigenen Website. Du kannst auch diese Kommentare als RSS-Feed abonnieren.

Du kannst folgende Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Auf dieser Seite können Gravatars verwendet werden. Um deinen eigenen Gravatar zu bekommen, registriere Dich auf Gravatar.