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WI – 1. Etappe: Von Titisee nach Hinterzarten

24 August 2011 Kein Kommentar

Freitag Abend, 19.00 Uhr. Der Einzug ins Maritim TitiseeHotel ist für uns als überzeugte Trekker erst mal etwas gewöhnungsbedürftig: Die Tages-Rucksäcke auf dem Rücken, die Wanderstiefel (an den Schnürsenkeln) um den Hals hängen und die Wanderstöcke mit den Reisetaschen unter den Arm geklemmt, betreten wir die Eingangshalle des noblen Hauses.
In diesem Augenblick spürt man aber schon, dass man Wanderer hier gewohnt ist, denn wir werden so herzlich empfangen, dass wir uns sofort zu Hause fühlen!

Da wir die Wanderidee gebucht haben (Halbpension!), ist unser Zimmer natürlich für uns reserviert. Wir erhalten nun jedoch nicht nur gleich den Zimmerschlüssel, sondern werden auch sehr freundlich über die Parkmodalitäten informiert: Das Auto bleibt hier nämlich für die nächsten 9 Tage (bei Buchung der Wanderidee, zum Vorzugspreis von 3,50€/Tag!) stehen und die Kfz-Schlüssel werden (aus Sicherheitsgründen) im Hotelsafe verwahrt! Dann fahren wir mit dem Aufzug hinauf und beziehen unser ausgesprochen hübsches Zimmer, mit tollem (Titi-)Seeblick.

Da wir erst vor einer Stunde frisch geduscht haben, stellen wir hier aber nur schnell unser Gepäck ab und fahren dann gleich wieder hinunter in den Speisesaal, zum Abendessen. Und da bekomme ich dann auch schon eine erste Vorahnung von dem, was da wohl in den nächsten neun Tagen auf mich zukommen wird: Habe ich auf unserer Vogesentour (mit Zelt), im letzten Jahr noch volle 10 Kilo abgenommen, werde ich die wohl diesmal eher zunehmen! Aber was soll’s..?

Wir werden vom Restaurant-Chef zu einem hübschen Zweiertisch mit Seeblick geführt und bedienen uns danach an einem reichhaltigen Buffet, das kaum Wünsche offen lässt. Und obwohl ich mich bei jedem einzelnen Gang bewußt zurück halte, muss ich beim Dessert dann schließlich doch kneifen – mehr geht einfach nicht! Claudia hingegen stellt sich auch ihren Nachtisch noch selbst zusammen: Warmer, ganz dünner Pfannenkuchen, mit heißen Kirschen und Vanille-Eis!

Nach einem kurzen Verdauungs-Spaziergang am Hotel-eigenen Seeufer, setzen wir uns abschließend in die Bar und lassen uns bei leiser Klaviermusik noch ein Gläschen Wein schmecken. Doch.., bei aller Liebe zum Trekking – daran könnte ich mich gewöhnen..!

Am nächsten Morgen weckt mich dann der Wecker des Garmin und versetzt mich aus dem weichen Hotelbett sofort in das Gefühl, irgendwo im Wald, im Schlafsack im Zelt zu liegen – Die Macht der Gewohnheit eben..! Nach kurzer Orientierung dann aber die Realität: Aufstehen, duschen, (Wanderklamotten) anziehen, packen und frühstücken gehen!
Aus dem Tiefschlaf in diesen Luxus geholt zu werden, das lasse ich mir natürlich gerne gefallen!

Das Frühstücks-Buffet ist dann natürlich genauso reichhaltig, wie auch schon das Abendessen war: Sogar Räucherlachs und gerauchte Forelle gibt es schon! Und da ich eigentlich erwartet hatte, so früh (7.30 Uhr) noch ziemlich die Ersten beim Frühstück zu sein, werde ich ziemlich überrascht: Im Restaurant ist nämlich schon ganz schön was los! Es sind wohl doch deutlich mehr Wanderer im Hotel, als wir erwartet hatten..!

Nach einem ausgiebigen Frühstück checken wir dann an der Rezeption aus und stellen unsere Reise-Taschen für den Gepäcktransfer in die Lobby. Anschließend schultern wir unsere Rucksäcke und verlassen das Maritim TitiseeHotel: Jetzt geht es endlich los..!

Aber schon direkt vor dem Haus muss ich zum ersten Mal die Karte herausholen, um überhaupt den Einstieg in den Weg zu finden – links, oder rechts? Eigentlich hätte ich ja erwartet, direkt vom Wanderidee-Hotel weg, auf den Südsteig (den Wanderidee-Weg) geleitet zu werden. Das erste Schild kommt aber erst nach etwa einhundert Metern und weist uns dann die Richtung auch noch nicht völlig eindeutig.

So halten wir uns einfach an die Beschilderung des Westweges, von dem wir wissen, dass er in diesem Bereich mit dem Südsteig identisch ist.

Eine Anmerkung: Derzeit ist die Beschilderung des Südsteigs ziemlich lückenhaft. Aus diesem Grund empfehlen wir, das Ganze einfach sportlich zu sehen und sich von vorneherein darauf einzustellen! Mit gutem Kartenmaterial und vielleicht auch dem jeweiligen GPS-Track zusätzlich auf dem Garmin, sollte es eigentlich keine Probleme mit der Orientierung geben. Am Allerwichtigsten ist jedoch immer ein gutes Karten-Studium schon vor(!) Anbruch der Tour! So sieht man relativ schnell, nach welchen Schwarzwald-Vereins-Zeichen man sich notfalls richten kann, wenn unterwegs mal wieder einige Schilder fehlen! Und Achtung: Der Südsteig ist nicht als solcher in den normalen Wanderkarten verzeichnet!

Die rote Westweg-Raute führt uns problemlos in Richtung Fürsatzhöhe, so dass wir den Aufstieg richtig genießen können. Unterwegs bewundern wir immer wieder riesige Waldameisenhaufen am Wegesrand. Neben einem von ihnen finden wir sogar einen mächtigen Steinpilz, von dem wir wohl sogar beide satt geworden wären.

Aber schon bald holt uns dann der Wetterbericht ein. „Im Hochschwarzwald teilweise heftige Regenfälle..!„, war uns für heute prophezeit worden und urplötzlich stehen auch dichte, dunkle Wolken über uns. Zudem fängt es in der Ferne kräftig an zu Grummeln. Nach kurzer Einschätzung der Situation schließe ich mich Claudia an, die sich bereits für den „Taucheranzug“ entschieden hat (Regenjacke – Kapuze oben – Regenhose und Raincover über dem Rucksack), das volle Schlechtwetter-Programm also!
Kaum sind wir mit dem Umziehen fertig, öffnet der Himmel auch schon die Schleußen und ich bin froh, die Kamera-Tasche ebenfalls gleich sicher im Rucksack verstaut zu haben. Hochschwarzwald-Wetter..!

Der kurze, heftige Wolkenbruch kann uns – so gut verpackt – nicht viel anhaben. Auch unserer guten Laune nicht! Dann kommt aber die Sonne zurück und die zwingt uns schnell wieder aus den Regenklamotten heraus: Nun wird es nämlich schlagartig schwül, weil das verdunstende Wasser den Hochschwarzwald in ein subtropisches Treibhaus verwandelt! Die Raincover lassen wir einfach an den Rucksäcken hängen, da trocknen sie nämlich am Schnellsten.

Dann folgen wir dem Westweg weiter, über die Weißtannenhöhe, in Richtung B 500. Schon bald können wir das graue Band der Bundesstraße sehen und folgen dem Weg, vorbei am Vereinsheim des Alpenvereins, zu ihr hinunter. Inzwischen haben wir den Westweg verlassen und passieren die vielbefahrene Straße durch eine sichere Unterführung. Sie markiert den nördlichsten Punkt unserer Südsteigrunde.

Auf der anderen Seite zieht dann ein lieblicher Wiesenpfad wieder hinauf, zu einem Gestüt. Dort wechseln wir auf ein schmales Sträßlein und folgen ihm weiter aufwärts zum Waldrand, wo sich unter den Bäumen ein hübsches Wanderheim versteckt (Einkehr). In diesem Bereich genießen wir eine unglaubliche Aussicht, hinüber zum Kandel und auf die Höhen von St. Peter und St. Märgen.

Der Südsteig wendet sich nun langsam wieder nach Süden und führt uns über den Hohwart in Richtung Höllental. Claudia freut sich schon jetzt auf die tolle Aussicht vom Piketfelsen. Leider bin ich dann aber etwas unaufmerksam und verpasse so eine (nicht ausgeschilderte!) Abzweigung in Richtung Posthalde.
So erreichen wir den Piketfelsen (Titelbild) zwar auch, aber eben nicht von Westen, sondern etwas mehr von Norden kommend. Schade, wir wären gerne entlang der Kaiserwacht, hoch über dem Höllental gewandert!

Die Aussicht vom Piketfelsen aus, hinunter ins Höllental, ist immer wieder gigantisch! Wir sehen unten bis zum Hofgut Sternen und drüben, auf der anderen Talseite hinauf, bis nach Alpersbach.

Aber auch nur wenige Meter vor uns, ist es recht interessant: Wir können hier nämlich direkt von oben auf die Wipfel einiger Weißtannen sehen und so auch ihre stehenden Zapfen einmal direkt mit denen, der Fichten vergleichen..!

Nach einer kurzen Verschnaufpause machen wir uns dann an den Abstieg nach Hinterzarten. Er ist uns, von anderen Wanderungen her, gut bekannt. Steil führt uns der Pfad hier hinunter, zum oberen Ausgang der Ravenna-Schlucht. Unterwegs erhaschen wir noch ein paar Aussichten hinüber, nach Breitnau, bevor wir an einer Kreuzung den asphaltierten Weg nach Hinterzarten erreichen. Auf ihm unterqueren wir bald die B 31 und erreichen kurz darauf das hübsche Städtchen. Auf dem Weg zum Hotel Imbery, in dem wir heute nächtigen werden, folgen wir einfach nur der Hauptstraße.

Neben dem Eingang erwartet uns ein freundliches Schild, dem wir nichts mehr hinzu zu fügen haben, denn inzwischen wir sind völlig ausgetrocknet!

Wir werden auch hier wieder sehr freundlich empfangen und unser Gepäck steht bereits in der Lobby. Dann nehmen wir aber zuerst mal auf der Sonnenterrasse Platz und trinken jeder zwei große Apfelsaft-Schorle. Anschließend beziehen wir unsere Zimmer und duschen erst mal ausgiebig das ganze Salz von der Haut.
So „wieder hergestellt“ begeben wir uns anschließend ins Restaurant zum Abendessen, denn inzwischen knurrt uns auch vernehmbar der Magen.

Zur gebuchten Halbpension gibt es im Hotel Imbery ein vorzügliches und reichhaltiges Menü. Und wenn die kleineren Häuser der Wanderidee natürlich mit den Buffets der großen Hotels (schon vom Volumen her!) nicht mithalten können, so gleichen sie das einfach durch die Qualität ihrer Gerichte aus! So erfuhren wir beispielsweise erst nach dem (vorzüglichen!) Essen, dass der Chef des Imbery, im Steigenberger gelernt hat!

Anschließend sind wir natürlich wieder pappsatt und ich denke erneut an die Kilos. „Was soll’s..?“, meint Claudia aber nur. „Da kümmern wir uns dann anschließend wieder d’rum..!“ Sagts, lacht und verputzt ihr Dessert..!

Wir lassen auch diesen Abend bei einem guten Gläschen Wein ausklingen und unterhalten uns noch etwas über die erste Etappe, die nun bereits hinter uns liegt. Dann gehen wir – inzwischen totmüde – schlafen.

Fazit erste Etappe, Titisee – Hinterzarten:

21,0 Kilometer mit 572 Höhenmeter im Anstieg. Unser Garmin zeichnete folgende Daten auf: 22,2 Kilometer mit 623 Höhenmeter im Anstieg und 581 Höhenmeter im Abstieg. Dauer:  9,0 Std. (Gemütlich und mit vielen Foto-Stopps!)

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Größere Kartenansicht 


WI – 2. Etappe: Von Hinterzarten zum Feldberg

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